Urologie

Dr. med. A.-J. Heinicke
Facharzt für Urologie
Frankfurter Str. 47 - 49

61118 Bad Vilbel

Tel.: +49-6101-87542
Fax: +49-6101-87740

Prostatabeschwerden?

Eine alternative Therapie macht auf sich aufmerksam. Sie ist mit dem Begriff PLFT verknüpft. Was verbirgt sich hinter diesem Kürzel? PLFT steht für ProstaLund Feeback Treatement. Das heißt, es handelt sich um eine Therapie, die unmittelbare Rückschlüsse auf den Behandlungsverlauf zulässt. Die schwedische Firma Prostalund Operation AB hat auf der Basis der bewährten transurethralen Mikrowellen Thermotherapie (auch als TUMT bekannt), ein neuartiges Gerätesystem und eine spezielle Behandlungsmethodik entwickelt. Neuartig ist vor allem die Möglichkeit, die Temperatur in der Prostats an mehreren Stellen während der Behandlung direkt zu messen. Neuartig ist auch, dass die Temperaturverteilung in der Prostata des Patienten computergesteutert kalkuliert werden kann. Dabei wird angegeben, welche Zellbereiche bereits denaturiert (zerstört) wurden. Neuartig ist schließlich auch die Berechnung eines Blutflussindex für die Prostata. Dieser Index ist ein besonderer Indikator für die Behandlungsführung.

Ein konkretes Behandlungsbild (s. Abbildung) verdeutlicht die neuartige Methode. Im Zentrum der Prostata ist ein großer Bereich bereits durch Hitze zerstörten Gewebes sichtbar (grauer Bereich), während die kapselnahen, unbeschädigten Bereiche nur etwa 40° C aufweisen (blauer Bereich). Die zerstörte Zellmasse wird dabei in Gramm angegeben. Während der Behandlung wird der in die Harnröhre eingeführte Katheder gekühlt. Die spezielle Konstruktion des Katheders erlaubt in Kombination mit den genannten Neuerungen die Behandlung von Prostatapatienten mit großer und sehr großer Prostata, bei denen bisher ausschließlich operative Eingriffe möglich waren. Die neue Behandlungsmethode kann auch bei ausgebildetem Mittellappen durchgeführt werden. Vorliegende Studien zeigen, dass 85 Prozent der Patienten mit Dauerkatheder nach einmaliger Behandlung dauerhaft kathederfrei sind. (Voraussetzung ist eine intakte Blase.) PLFT heißt: kein blind realisiertes Standardprotokoll mit einer Ergebnisvermutung, sondern Behandlungskontrolle, Behandlungssteuerung und Ergebnisbeeinflussung unter Sicht. Weitere Informationen für Patienten erhalten Sie beim Autor dieses Beitrages.

Für den Patienten ergeben sich folgende Vorteile:

  • prostataspezifisch angepasste Behandlung
  • optimale Behandlungszeit (Minimum 15 min.; Maximum 60 min.)
  • keine Überbehandlung, vermindertes Sicherheitsrisiko
  • hohe Effizienz

Für den behandelnden Urologen gilt:

  • objektiv belegte Behandlungsführung möglich
  • Behandlungsergebnis gemäß Erfordernissen direkt steuerbar
  • bessere Resultate bei geringerem Risiko

 

Omega-3 Fettsäuren gegen Entzündungen

Obwohl der menschliche Organismus unbedingt Omega-3 Fettsäuren benötigt, kann er diese nicht selbst herstellen, sondern muss sie mit der Nahrung zuführen. Ein Mangel an diesen langkettigen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist Ursache unterschiedlicher Zivilisationserkrankungen und umgekehrt kann der Körper sie umso mehr für die unterschiedlichen Funktionen der Zellen nutzen, je mehr er davon zur Verfügung hat.
Schon seit langem bekannt und fest in der Prävention etabliert ist die Anwendung der Omega-3 Fettsäuren gegen Atherosklerose und deren Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und andere Durchblutungsstörungen. Hierzu existieren große wissenschaftliche Untersuchungen, die den Nachweis erbringen, dass die regelmäßige Einnahme von Omega-3 Fettsäuren die Fließeigenschaften des Blutes verbessern, die Verengung der Gefäße verhindern und gleichzeitig die erhöhten Blutfettwerte reduzieren.
Weltweit plädieren die Präventiv-Mediziner dafür, durch diese sanfte Methode einige wesentliche Risikofaktoren der Arteriosklerose zu reduzieren und so den Folgekrankheiten wie koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt und Schlaganfall wirksam vorzubeugen. Diesem therapeutischen Vorgehen liegt die interessante Feststellung zugrunde, dass bei den in Grönland lebenden Eskimos, die sich vorwiegend von Kaltwasserfisch ernähren, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems weitgehend unbekannt sind. In frischen Kaltwasserfischen, und hier besonders im Lachs, der Makrele oder dem Hering, befinden sich große Mengen der Omega-3 Fettsäure – aber wer kann schon wöchentlich mindestens drei Mahlzeiten aus frischen Seefisch zubereiten und verzehren. Fertiggericht und Fast food stehen vorwiegend auf dem Speiseplan des stressgeplagten Mitteleuropäers und die Folgen bestätigen sich in den ernährungswissenschaftlichen Studien, denen zu Folge in Europa ein erhebliches Defizit an Omega-3 Fettsäuren in der Nahrung besteht, dem zwangsläufig Mangelerscheinungen und ernsthafte Gesundheitsstörungen folgen.

Herz-Kreislauf-Prävention

Die senkende Wirkung auf erhöhte Blutfettwerte und die bessere Fließfähigkeit des Blutes hat dazu geführt, dass die Therapie mit Fischölkapseln von der American Heart Association verbindlich zur Vorsorge kardiovaskulärer Erkrankungen empfohlen wird, vor allem dann, wenn Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einen Schlaganfall erhöht sind. Es resultiert ein positiver Effekt auf die Entwicklung einer Atherosklerose (Gefäßverkalkung), die ungünstigen Blutfette (LDL und Triglyceride) werden gesenkt und die gefäßschützenden Blutfette (HDL) werden erhöht. Die Aktivität der gerinnungsfördernden Blutplättchen geht zurück und es kommt zu einer antithrombotischen Wirksamkeit. Freie Sauerstoffradikale, die die Gefäßwand angreifen und schädigen, werden durch Omega-3 Fettsäuren abgefangen und können ihre gefäßschädigende Wirkung nicht entfalten. Wirksamer Schutz vor zunehmender Gefäßverkalkung durch die Senkung der Risikofaktoren führt dazu, dass die Durchblutung verbessert und den Folgeerkrankungen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine wirksam vorgebeugt wird.

Behandlung entzündlicher Erkrankungen

Die Zahl der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren belegt, dass ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften der Substanz bestehen. Diese haben sich besonders bei den entzündlichen Hauterkrankungen, bei rheumatischen Entzündungen und solchen des Magen-Darmtraktes gezeigt. Auch bei entzündlichen Störungen des Urogenitaltraktes werden Omega-3 Fettsäuren erfolgreich angewendet und vor allem leichte Störungen der Prostata können durch die sanfte Behandlungsmethode gebessert werden. Als wichtige Wirkung im Entzündungsspektrum konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die körpereigenen entzündungsspezifischen Substanzen reduziert werden. Hierzu gehören vor allem die Prostaglandine und Leukotriene, die regelmäßig in Begleitung eines entzündlichen Prozesses vermehrt gebildet werden und Ursache sind für die Schmerzen, Rötung, Schwellung und erhöhte Temperatur im Entzündungsgebiet. Auch wenn die Wirksamkeit der Omega-3-Fettsäure nicht akut eintritt, so stellt sich doch allmählich eine Verringerung der entzündlichen Prozesse ein, und die Heilung wird wirksam unterstützt. Den Vorteil dieser natürlichen Behandlungsmethode sehen die Wissenschaftler in erster Linie in der Einsparung chemisch definierter Arzneimittel, die immer mit dem Risiko von Nebenwirkungen einhergehen.

Hauterkrankungen

Psoriasis und Neurodermitis gehören zu den chronischen Hauterkrankungen, die meist eine genetische Komponente aufweisen und die Betroffenen lebenslang beeinträchtigen. Trotz intensiver Forschung konnte die Wissenschaft noch keine ursächliche Behandlung zur Verfügung stellen und alle therapeutischen Maßnahmen dienen der Symptomlinderung. Es hat sich gezeigt, dass die Symptome durch hochdosierte Gabe von Omega-3Fettsäuren deutlich zu bessern sind und Schuppung, Rötung und Juckreiz zurückgehen. Aus Erfahrungsberichten ist bekannt, dass auch die typischen Austrocknungserscheinungen der Haut und die Neigung zu allergischen Reaktionen gebessert werden.

Rheumatische Erkrankungen

Beachtlich sind die Erfolge der Omega-3-Fettsäure-Behandlung bei Rheuma, Arthritis und anderen Gelenkbeschwerden. Insgesamt wurde in 14 klinisch kontrollierten Studien bei diesen Patienten eine deutliche Besserung der Schmerzen und Schwellungen der Gelenke registriert, wenn zusätzlich zur normalen Rheumatherapie noch hohe Dosierungen der Fischöle verabreicht wurden. Die Patienten schildern eine erhebliche Verminderung der rheumatischen Schmerzen, und ein deutlicher Rückgang der Entzündung, der Gelenkschwellung und der typischen Gelenksteifigkeit am Morgen konnte objektiviert gemessen werden.

Urologische Beschwerden

Die Ergebnisse der großen Untersuchungen weisen darauf hin, dass auch bei der Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfekte – z.B. Entzündung der Blase – oder leichten entzündlichen Veränderungen der Prostata eine wirksame therapeutische Unterstützung durch die hochdosierte Gabe von Omega-3-Fettsäuren zu erwarten ist. Durch die Vergrößerung der Prostata kommt es fast immer zur Restharnbildung in der Blase. Das heißt, die Blase wird nicht mehr restlos entleert. Im Restharn vermehren sich Krankheitserreger und verursachen eine Infektion der Blase. Omega-3-Fettsäuren – z.B. Salm-epa – beugen dieser Infektion vor. In meiner urologischen Praxis wende ich diese Behandlung an – nicht zuletzt, um mit der geringstmöglichen und -wirksamen Antibiotika-Dosierung auszukommen.



Erektile Dysfunktion - heute gut behandelbar

Ein "richtiger" Mann kann immer und will immer, Potenzprobleme kennt er nicht. Dieses weit verbreitete Männerbild hat wenig mit der Realität zu tun. Jeder fünfte, also etwa 20 Prozent der deutschen Männer leiden an Erektionsschwäche. Potenzprobleme treten zwar überwiegend bei Männern über 60 auf, jedoch kennt auch fast jeder Mann unter 40 Erektionstörungen aus eigener Erfahrung.

Wann spricht man von Erektiler Dysfunktion?

Stress, Alkohol, Rauchen oder seelische Probleme können zu gelegentlichen Beeinträchtigungen der Potenz führen. Wenn das "mal" passiert, besteht kein Grund zur Sorge. Treten die Störungen aber öfter und über einen längeren Zeitraum auf, liegt eine Erektile Dysfunktion vor. Diese Bezeichnung beschreibt "die Unfähigkeit, eine für den normalen Koitus genügende Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten."

Auswirkungen

Anhaltende Erektionsschwierigkeiten beeinträchtigen nicht nur das Sexualleben. Die meisten betroffenen Männer fühlen sich im Kern ihrer Persönlichkeit, in ihrer Identität als Mann getroffen. Das Selbstwertgefühl ist angeschlagen, die Lebensqualität leidet insgesamt. Dennoch ist für die meisten Männer das Thema tabu, man(n) spricht nicht darüber. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Aus Angst vor Versagen vermeiden betroffene Männer die Sexualität mit der Partnerin. Diese wiederum fühlt sich abgelehnt, zweifelt an ihrer eigenen Attraktivität, oder vermutet eine "Andere" als Ursache für das Verhalten des Partners. Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen gehen mit ihrem Problem zum Arzt, durchschnittlich nach eineinhalb Jahren. Es lohnt sich jedoch, über den eigenen Schatten zu springen und sich frühzeitig vertrauensvoll an den Arzt zu wenden, da Erektionsstörungen heute in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden können.

Ursachen

Die Erektile Dysfunktion kann vielfältige Ursachen haben. Bereits ein ungesunder Lebensstil mit hohem Alkohol- und Tabakkonsum oder übermäßigem Stress kann zu anhaltenden Potenzstörungen führen. Häufig sind jedoch ernsthafte Grunderkrankungen dafür verantwortlich. Bei rund 40 Prozent der betroffenen Männer über 50 ist eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) die Ursache. Etwa 50 Prozent der Diabetiker leiden an dauerhaften Erektionsstörungen.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen gehen ebenfalls häufig mit der Erektilen Dysfunktion einher. Sexuelle Reize werden über die Nerven übermittelt. Daher können auch Nervenschäden durchKrankeiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose sowie Nervenschädigungen durch Operationen und Unfälle zur Erektilen Dysfunktion führen. Auch bei Depressionen ist die Erektile Dysfunktion eine häufige Begleiterscheinung. Medikamente können als Nebenwirkung Erektionsstörungen verursachen, dies ist z.B. für manche Bluthochdruckmedikamente bekannt.

Therapie

Nach eingehenden Gesprächen und gründlicher Untersuchung entwickelt der Urologe zusammen mit dem Patienten ein individuelles Behandlungskonzept. Da die Entscheidung für eine Therapiemaßnahme auch die Partnerin betrifft, wird der Arzt anregen, diese in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Bei überwiegend psychischen Ursachen helfen Beratungsgespräche, eine Paar- oder eine Psychotherapie. Liegen überwiegend organische Ursachen vor, hilft manchmal schon eine Änderung des Lebenstils. Wird eine Erkrankung wie Arteriosklerose oder Diabetes richtig behandelt, verschwinden oft auch die Potenzprobleme. Bei vielen Männern schaffen Medikamente, sogenannte PDE-5-Hemmer oder mechanische Hilfsmittel Abhilfe. Bei Hormonmangel wird eine Testosteronsubstitution durchgeführt. Da die Erfolgsaussichten der Behandlung einer Erektilen Dysfunktion heutzutage sehr gut sind, können betroffene Männer sich und ihrer Partnerin viele Probleme ersparen, wenn sie rechtzeitig zum Arzt gehen.


Selen zur Vorbeugung gegen Krebs

Selen ist ein für den menschlichen Körper notwendiges Spurenelement. Bei ausgewogener Ernährung erhält der gesunde Körper genügend Selen aus der Nahrung. Selen ist ein für den Menschen essentielles chemisches Element. Das heißt, dass Selen nicht vom Körper selbst gebildet werden kann, sondern mit der Nahrung zugeführt werden muss. Zur Vorbeugung bestimmter Krankheiten spielt Selen eine wichtige Rolle. Das Element kommt in allen Körperzellen und -flüssigkeiten vor, findet sich in hoher Konzentration in der Schilddrüse, aber auch in der Leber, den Nieren, im Hoden, der Milz, der Prostata, der Lunge und der Muskulatur. Die Aufgabe des Selens im Körper ist es, freie Radikale zu binden, die bei jedem Stoffwechselprozess entstehen und ein aggressives Potential besitzen. Freie Radikale sind unvollständige Moleküle, die sehr reaktionsfreudig sind und bevorzugt mit Membranstrukturen der menschlichen Zellen reagieren. Weil dadurch die Zellen geschädigt werden, stehen Enzyme und Vitamine zur Verfügung, um die freien Radikale abzufangen. Jede Entzündung kennzeichnet eine Abwehrreaktion des Körpers, an der unterschiedliche Zellen des Immunsystems beteiligt sind. Der Entzündungsprozess setzt aber große Mengen freier Radikale frei, und aus diesem Grund ist es wichtig, dass dem Organismus ausreichend hohe Konzentrationen der sogenannten Radikalfänger zur Verfügung stehen. Hierbei hat Selen eine herausragende Rolle, weil es die Membrane der Zelle stabilisiert und der Entzündung entgegenwirkt. In einigen großangelegten Studien konnte man feststellen, dass zwischen niedrigen Selenspiegeln und bestimmten Tumorerkrankungen ein Zusammenhang besteht. Man geht davon aus, dass Selen sogenannte antitumorale Eigenschaften besitzt, indem es vor schädlichen Straheln schützt, das Immunsystem stärkt und das Wachstum bösartiger Zellen stört. Es ist daher besonders bei Krebserkrankungen wichtig, auf eine ausreichende Selenzufuhr zu achten. Dadurch wird die körpereigene Immunabwehr optimal unterstützt und die Zellen werden vor einer Zerstörung bewahrt. Dies ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass die vermehrte Abwehrarbeit der Zellen mit einem hohen Selenverbrauch verbunden ist und dadurch eine Mangelsituation eintritt.

Selenmangel bei Senioren

Ältere Leute essen oft weniger oder ernähren sich einseitig wie z.B. Vegetarier. Das führt zu Selenmangelzuständen. Ein Mangel an Selen führt zu Störungen im Immunsystem. Die körpereigene Abwehr gegen Krebs nimmt ab. Die Behandlung von Karzinomen (Krebs) gewinnt immer mehr an Bedeutung. In der EU sterben jährlich ca. 35.000 Männer am Prostatakarzinom. Therapeutisch ist neben den speziellen Medikamenten zur Krebsbehandlung die zusätzliche Gabe von Antioxidanzien (= Radikalfänger) wie z.B. Selen, Omega-III-Fettsäuren, Vitamin E und anderen, sehr empfehlenswert. 20 bis 40 oder 50 bis 100 Mikrogramm Selen pro Tag sind ausreichend. Raucher sollten täglich mindestens 20 Mikrogramm Selen in Kapselform einnehmen. (Prof. Dr. Köstler, Wien) Die Kombination von Selen + Vitamin E + Omega-III-Fettsäuren unterstützt den Organismus bei der Abwehr und Behandlung von Karzinomen (Krebs). Dadurch scheint das Leben von Krebspatienten verlängerbar. Bereits ein geringfügiger Selenmangel im Körper führt zu vermindertem Widerstand gegen schädliche Umweltfaktoren!

In China wird Selen erfolgreich zur Verhütung von Leberkrebs und Leberentzündungen gegeben.

Die Selenaufnahme beträgt bei noch gesunden Männern und Frauen nur ca. 38 bis 47 Mikrogramm pro Tag. Amerikaner nehmen doppelt so viel Selen zu sich.

Die allgemeine Empfehlung lautet: 50 bis 100 Mikrogramm Selen pro Tag + Vitamin E.

Selenzufuhr für den Körper

Zur ausreichenden Selenversorgung von Karzinompatienten und Vegetariern stehen Selenpräparate zur Nahrungsergänzung zur Verfügung, wie z.B. PRO SELEN KPS. Die Kombination von Selen + Vitamin E wäre optimal. In der Klinik kommt auch Natriumselenit in physiologischer Kochsalzlösung zur Anwendung.

Tumorpatienten brauchen Selen

Patienten mit Prostata- oder Blasenkarzinomen haben in der Regel einen Selenmangel. Selen spielt im Körper eine wichtige Rolle z.B. bei der Entgiftung freier Radikale. Freie Radikale sind äußerst schädlich in größeren Mengen. Sie fallen vermehrt an bei der Krebstherapie (Chemotherapie) oder bei Bestrahlung von Tumoren. Freie Radikale sind wesentlich mit verantwortlich für alle Nebenwirkungen der Krebsbehandlung. Fehlt Selen im Körper, kommt es zur mangelnden Aktivität des Enzyms Glutathionperoxidase – ein Abwehrmechanismus gegen freie Radikale fällt dann aus und der Krebs wächst weiter.



Phytopharmaka wirksam bei Harnwegsbeschwerden


Pflanzliche Arzneimittel haben in der Urologie einen hohen Stellenwert. Sie werden vor allem zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) verordnet.

Harnwegsentzündungen

Entzündliche Erkrankungen der Harnwege sind Folge von bakteriellen Infektionen. Typische Symptome sind vermehrter Harndrang, brennendes Gefühl beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch und oft auch Fieber. Bei ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion sollte der Arzt aufgesucht werden. Die Krankheitserreger könnten sonst auch noch die Nieren befallen. Zur unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfektionen und um z.B. einer Steinbildung vorzubeugen, eignen sich medizinische Teezubereitungen. Diese tragen über eine vermehrte Harnbildung dazu bei, dass aufsteigende Bakterien, entzündungsfördernde Substanzen oder Kristallisationskerne für Steine ausgeschwemmt werden. Einige der verwendeten Heilpflanzen haben zudem eine antibakterielle und krampflösende Wirkung.

Gutartige Prostatavergrößerung

Bei der sogenannten benignen Prostatahyperplasie handelt es sich um eine gutartige Gewebewucherung der Vorsteherdrüse. Die vergrößerte Drüse drückt auf die Harnröhre. Die Harnröhre wird dadurch eingeengt. Es entstehen dadurch Beschwerden beim Wasserlassen. In der Blasengegend können auch Schmerzen auftreten, die ähnlich sind, wie bei einer Blasenentzündung. Auslöser der Gewebswucherungen der Prostata sind vermutlich in erster Linie Hormonumstellungen bei älteren Männern. Grundsätzlich kann eine Vergrößerung der Prostata aber auch schon bei einem 30-jährigen Mann auftreten. Die gutartige Vergrößerung der Prostata kann im Anfangsstadium mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden. Diese sollen auf die Hormonproduktion Einfluss nehmen. Gleichzeitig haben sie eine antientzündliche Wirkung auf Prostata und Harnwege. In Amerika wurde im Rahmen der sogenannten PLESS-Studie über zehn Jahre lang die Wirkung eines Medikamentes auf das Wachstum der Prostata beobachtet. Der hier kontrollierte Wirkstoff Finasterid hat sich dabei zur Behandlung der vergrößerten Prostata bewährt. Man gibt Finasterid oder andere Wirkstoffe, wenn homöopatische Präparate nicht mehr zur Behandlung ausreichen. Bestimmte Verhaltensmaßnahmen können die Beschwerden bei vergrößerter Prostata lindern. Dazu zählt regelmäßiges Harnlassen zur Vermeidung einer Blasenüberfüllung, körperliche Bewegung, geregelte Darmtätigkeit und Schutz vor Kältereizen. Deshalb lassen sich viele Patienten ihr eiskaltes Bier anwärmen, bevor sie es trinken. Bei fortgeschrittener Wucherung der Prostata, wenn die dadurch bedingten Beschwerden trotz entsprechender Medikamente nicht in den Griff zu bekommen sind, muss die Prostata entfernt werden. Dadurch wird die Blasenentleerung in der Regel vollständig normalisiert.

Gräserpollen und ß-Sitosterin

Studien geben Hinweise zur Wirksamkeit von Gräserpollen bei BPH. Auch das Pflanzenhormon ß-Sitosterin aus der Wurzelknolle der in Südafrika beheimateten Pflanze Hypoxis rooperi kann den Harnfluss günstig beeinflussen. Diese Substanzen sind in einigen Prostatapräparaten enthalten.


Harninkontinenz (Blasenschwäche)

Blasenschwäche ist für viele Menschen noch immer ein Tabuthema. Viele trauen sich nicht einmal mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Dabei ist die Zahl der Betroffenen mit geschätzten 5. Mio. nicht eben gering und die Erfolgsaussichten der ärztlichen Behandlung vielversprechend. In 80 bis 90 Prozent der Fälle kann dem Betroffenen gut geholfen werden; viele werden sogar geheilt. Es lohnt sich also, Hilfe bei einem Urologen oder dem Hausarzt zu suchen.

Symptome bei der Harninkontinenz

Die Symptome sind von der Art der Blasenschwäche abhängig und daher unterschiedlich:
überaktive Blase: plötzlicher, starker und unkontrollierbarer Harndrang
Drang-Inkontinenz: plötzlicher,starker Harndrang mit unfreiwilligem Harnverlust
Stress-Inkontinenz: unfreiwilliger Harnverlust bei körperlicher Belastung, wie Husten, Niesen, Lachen, Laufen, Wandern, Treppensteigen.
Harnwegsinfekt: häufiges Entleeren kleiner Harnmengen (mehr als 8 Entleerungen in 24 Stunden)


Ursachen für eine schwache Blase

Zwischen der Blase und den Steuerzentralen des Gehirns kann es zu „Verständigungsproblemen“ kommen, welche die bewußte Steuerung der Harnentleerung beeinträchtigen. Die Blasenwandmuskulatur zieht sich zusammen, obwohl sich erst kleine Flüssigkeitsmengen angesammelt haben. Der Druck im Inneren der Blase steigt und der Harndrang wächst. Bei der überaktiven Blase kann der Urin noch gehalten werden, bei der Drang-Inkontinenz ist dies oft nicht mehr möglich. Ist keine Toilette in der Nähe, nimmt das nasse Verhängnis seinen Lauf. Die Drang-Inkontinenz ist damit so etwas wie die „zweite Stufe“ der überaktiven Blase. Der Stress-Inkontinenz liegt eine anatomische Störung zugrunde. Geht unfreiwillig bei körperlicher Belastung Harn verloren, ist der Schließmuskel der Harnröhre erschlafft, der dem Druckanstieg im Becken nicht mehr standhalten kann. Frauen leiden häufiger an dieser Inkontinenz, da bei Geburten der Schließmuskel der Harnröhre und die ihn versorgenden Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden können. Auch eine Erschlaffung des Gewebes und eine schwache Muskulatur im Bereich des Beckenbodens verursacht eine Stress-Inkontinenz.

Behandlung von überaktiver Blase und Drang-Inkontinenz

Training: gezieltes Training des Wasserlassens
Medikamente: Sogenannte Anticholiergika verhindern eine zu frühe Kontraktion der Blasenmuskulatur und damit den Druckanstieg in der Blase. Östrogene können bei Frauen nach den Wechseljahren gute Erfolge erzielen. Nach der Menopause kann der Mangel an Östrogenen die Innenoberfläche von Blase und Harnröhre so verändern, dass sich eine überaktive Blase ausbildet.
Elektrostimulation: Bleiben Medikamente und Beckenboden-Übungen wirkungslos,kann eine Elektrostimulation versucht werden. Dabei wird ein kleines Implantat eingesetzt, dass bestimmte Nerven reizt, um ein zu frühes Zusammenziehen der Blasenmuskulatur zu vermeiden.


Behandlung der Stress-Inkontinenz

Beckenbodentraining: Der Patient erlernt spezielle Übungen, die sehr wirkungsvoll die Muskulatur stärken.
Biofeedback: Der Patient lernt eigene Körperfunktionen besser wahrzunehmen. Dabei wird die Muskulatur des Beckenbodens und des Schließmuskels gezielt angespannt.
Elektrostimulation: Die Beckenboden- und Schließmuskulatur wird gezielt gereizt. Der Verschlussmechanismus wird so gestärkt und die Abstimmung zwischen Blase und Schließsystem verbessert.
Einlagen und Vorlagen: Spezielle Einlagen für die Scheide sorgen für einen Verschluss. Angepasste Vorlagen und Windeln bieten eine Übergangslösung für den Zeitraum, in dem andere Therapieoptionen noch nicht zur vollen Wirkung gekommen sind.
Medikamente: Alpha-Sympathomimetika sorgen dafür, dass sich die Blasenmuskulatur zusammenzieht. Auch „Östrogene“ werden bei der Stress-Inkontinenz eingesetzt.


Harninkontinenz sollte nicht dazu verleiten weniger zu trinken. Denn eine geringe Flüssigkeitsaufnahme schadet dem Organismus und führt zu konzentriertem Harn, der die Blase zusätzlich reizt. Große Mengen an Alkohol, koffeinhaltigen und kohlensäurehaltigen Getränken sollten vermieden werden, weil sie die Blase unnötig belasten.

Harnwegsinfektion

Bei der Harnwegsinfektion handelt es sich um eine Entzündung der ableitenden Harnwege. Harnröhre, Harnblase, Harnleiter und/oder Nierenbecken können betroffen sein. Meist sind Darmbakterien die Verursacher. Unterschieden wird in eine untere (Harnröhre- bzw. Blasenentzündung = Zystitis) und eine obere Harnwegsinfektion ( = Nierenbeckenentzündung). Wer schon einmal eine Harnwegsinfektion durchlitten hat, weiß wie schmerzhaft die Entzündung ist. Vor allem Frauen sind häufig betroffen. Schätzungen zufolge hat jede dritte Frau in ihrem Leben schon einmal eine Blasenentzündung gehabt. Zwischen dem 25. und 54. Lebensjahr tritt dieses Leiden besonders häufig auf. Frauen sind gefährdeter als Männer, weil ihre Harnröhre (Urethra), die bis zur Blase reicht, kürzer ist als die des Mannes. Zudem befindet sich die Harnröhre nahe der Vagina und des Afters (Anus), wodurch Bakterien bei der Frau leichter bis in die Blase aufsteigen können. Bei Männern treten Harnwegsinfektionen meist erst in höherem Alter auf. Grund dafür ist meist die Vergrößerung der Prostata.

Die typischen Symptome
Erschwerte und schmerzhafte Blasenentleerung
Häufiger Drang zum Wasserlassen bei geringer Harnmenge

Gelegentlich treten auf:
Schmerzen über dem Schambein, im unteren Rücken- oder Bauchbereich
Harntrübung
Strenger Geruch
Blut im Harn

Treten diese Symptome wiederholt auf oder dauern länger als 24 Stunden an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ohne eine Behandlung kann ein ernsthafte Nierenentzündung entstehen, die sich durch Schmerzen in der Nierengegend und Fieber bemerkbar macht.

Die häufigsten Ursachen

Die häufigste Form der Harnwegsinfektion ist die bakterielle Zystitis. Bakterien, die sich normalerweise im Enddarm (Rektum) befinden, wie Escherichia coli (E. coli), können durch die Harnröhre in die Blase einwandern und eine Infektion auslösen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:
Falsche Toilettenhygiene: Bakterien können vom Darmausgang zur Harnröhre gelangen (Schmierinfektion).
Tampons: Beim Einführen können Bakterien eingeschleppt werden.
Sexuelle Aktivität: Beim Geschlechtsverkehr können Bakterien aus dem Anal-/Vaginalbereich in die Harnröhre und sogar bis in die Blase gelangen. Diese Harnwegsinfektionen sind auch als „Honeymoon-Disease“ oder „Flitterwochen-Zystitis“ bekannt.
Harnabflussstörungen: Harnsteine, vergrößerte Prostata, Verengung der Harnröhre, Rückfluss von Harn in die Harnleiter und Geschwülste können Harnwegsinfektionen auslösen.
Seltenes Harnlassen: Bakterien können sich in der Blase vermehren, wenn mit dem Harnlassen länger gewartet wird.
Abwehrschwäche: Das Immunsystem kann durch Medikamente oder nach längerer Krankheit geschwächt sein.
Schwangerschaft: Harnwegsinfektionen werden begünstigt.
Flüssigkeitsaufnahme: Zu wenig Flüssigkeit konzentriert den Harn und kanneine Reizung hervorrufen.
Toilettenartikel und Empfängnisverhütung: Eine Reizung kann durch Intimsprays und andere parfümierte Toilettenartikel sowie chemische Verhütungsmittel (Pessar, Spirale, Diaphragma, Spermizide) verursacht werden.


Therapie

Bei einer leichten Entzündung heilt eine Zystitis bereits durch viel Trinken aus. Sind die Symptome aber schwerwiegender, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er entscheidet, ob eine Antibiotikatherapie angezeigt ist oder harntreibende Medikamente ausreichen. Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen genügen oft 3 Tage Therapie, bei Nierenbeteiligung ist eine 2-wöchige Behandlung notwendig. Auch wenn die Symptome vor Beendigung der angesetzten Therapiedauer verschwinden, muss das Antibiotikum weiter eingenommen werden.
Zur Linderung der Beschwerden können krampflösende Medikamente und Schmerzmittel in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Auch eine Wärmflasche leistet zur Linderung von Schmerzen gute Dienste.

Vorbeugung

Viel trinken schützt vor Harnwegsinfektionen, weil so ableitende Harnwege durchgespült werden.
Das Tragen von eng anliegender Kleidung und synthetischer Unterwäsche sollte möglichst vermieden werden.
Warme Bekleidung am Unterleib schützt vor Unterkühlung
Es ist ratsam unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr Wasser zu lassen, damit die Harnröhre ausgespült wird und übertragene Bakterien entfernt werden.
Faktoren, die eine Harnwegsinfektion begünstigen, sollten ausgeschaltet werden (siehe oben)


Prostataprobleme - was können Sie selbst dagegen tun?


Das Urogenital-System besteht im wesentlichen aus den beiden Nieren, den beiden Harnleitern und der Blase.

In der Niere wird der Harn gebildet und läuft über beide Harnleiter in die Blase, von dort aus bei der Frau durch die relativ kurze Harnröhre nach draußen.

Der Mann ist anatomisch anders gebaut. Hier verläuft die Harnröhre zunächst ein Stück durch die Prostata und dann durch den Penis nach draußen. Der Weg ist also wesentlich komplizierter.





Schema des Urogenital-Systems

Wie wir alle wissen, erreichen die Menschen ein immer höheres Lebensalter. Mit zunehmenden Alter gewinnt beim Mann die Prostata eine immer größere Bedeutung.

Die Prostata

  • Schon ab dem dreißigsten Lebensjahr läßt sich bei Männern mikroskopisch eine gutartige Vergrößerung der Prostata feststellen.
  • Fünfzig Prozent aller Männer, d.h. jeder zweite Mann über fünfzig, hat bereits Probleme durch die Vergrößerung der Prostata.
  • Achtzig Prozent aller Männer über siebzig Jahren leiden direkt unter dieser Vergrößerung.

 
Die Vergrößerung der Prostata ist damit eine der häufigsten urologischen Erkrankungen des alternden Mannes, im Volksmund deshalb auch Alte- Männer-Krankheit genannt.Rassische, genetische und Umwelteinflüsse sind für die weltweite Inzidenz-Varianz verantwortlich.

 

Was ist die Prostata?

Die Prostata ist ein kastaniengroßes Organ; es sitzt unterhalb der Blase. In der Pubertät entwickelt sich die Prostata synchron mit den Hoden zu einem funktionstüchtigen Organ und erreicht ihre volle Größe. Die Harnröhre zieht durch die Prostata. Die genaue Funktion der Prostata ist nicht völlig geklärt. Man weiß, daß die Prostata ein milchiges Sekret produziert. Dieses wird beim Orgasmus der Samenflüssigkeit beigegeben. Dies ist wichtig für die Beweglichkeit der Spermien, also zu Befruchtung.

 

Was passiert mit der Prostata im Alter?

Im Alter wächst die Prostata nach hinten und wird verstärkt tastbar. Sie wächst aber auch nach innen und verengt die Harnröhre. Der Abfluß des Urins wird dadurch behindert. Gleichermaßen wächst die Prostata in Richtung Blase und hebt den Blasenboden an.

Nun entstehen für die Blase erhebliche Schwierigkeiten, den Urin zu entleeren. Zunächst muß der Urin über den Berg des angehobenen Blasenbodens transportiert werden. Danach wird er durch die enge Harnröhre nach außen gepreßt. Um diese Mehrarbeit zu bewältigen, muß die Blase Muskulatur bilden.

 

 

Was macht die gesunde Blase?

Die gesunde Blase hat keine Problem den Urin zu entleeren. Sie läßt sich im wahrsten Sinne des Wortes dreiviertel vollaufen, bevor sie ihrem Besitzer signalisiert, daß sie voll ist; notfalls kann diese gesunde volle Blase noch eine Stunde auf der Autobahn fahren, ohne daß es ernsthafte Probleme gibt.

 

 

Was macht die kranke Prostata?

Die kranke Blase hat erhebliche Schwierigkeiten bei der Entleerung. Deshalb läßt sie sich nicht ganz vollaufen, sondern signalisiert bereits sehr viel früher, daß sie entleert werden möchte. Patienten mit vergrößerter Prostata müssen also zwei- bis dreimal so oft zur Toilette wie gesunde Männer.Da sich die kranke Blase nicht vollständig entleeren kann, bleibt Resturin in der Blase zurück. Dieser reizt die Blase ständig und kann zur Blaseninfektion führen.Darüberhinaus läßt es die kranke Blase auch nicht zu, daß man noch eine Stunde über die Autobahn fährt. Sie wird sich unter Umständen unkontrolliert von selbst leeren und ihren Besitzer Naßmachen.Schließlich drückt die vergrößerte Prostata Richtung Darm und bereitet unter Umständen erhebliche Beschwerden bei der Entleerung des Stuhlgangs.

 

 

Die Stadien der Prostata-Vergrößerung

Im Stadium I    

findet sich ein verzögerter Miktionsbeginn, ein abgeschwächter Harnstrahl, häufiges Wasserlassen und nächtliches Wasserlassen

Stadium II

ist gekennzeichnet durch häufigere Blasenentleerung in kleinen Mengen bei Tag und Nacht, einen schwachen unterbrochenen Harnstrahl und das Gefühl unvollständiger Blasenentleerung.

Im Stadium III

findet sich ständiger starker Harndrang, das Harnträufeln, die Überlaufblase bzw. die Harnverhaltung

 

 

Welche Möglichkeiten gibt es zur Behandlung der Prostata?

Da wäre zum einen die die konservative medikamentöse Behandlung. Es gibt Präparate, die die oben genannten Beschwerden lindern und das weitere Wachstum der Prostata verhindern können.

Wenn dies nicht ausreicht, ist eine operative, teilweise oder vollständige Entfernung der Prostata angezeigt.

Hier gibt es zwei Methoden:

  1. Die Abhobelung der Prostata. Hierbei wird eine Schlinge durch die Harnröhre eingeführt.
  2. die offene Prostataoperation. Durch einen Bauchschnitt wird die Blase eröffnet und die Prostata gewissermaßen wie eine Mandarine aus ihrer Schale herausgelöst und teilweise oder vollständig entfernt.

 
Beide Operationen bergen gleich hohe Risiken für den Patienten, auch wenn der Patient bei der Abhobelung von der "kleinen Operation" spricht, und offensichtlich der Meinung ist, daß hier nur ein geringes Risiko besteht. Durch die Schlinge läuft ein Strom, der in zwanzig Prozent der Fälle Schäden an der Harnröhre verursacht. Dies führt zur Vernarbung und Engstellung der Harnröhre. Dadurch wird der Harnstrahl dünn und spritzt wie eine Gießkanne, eine sehr unangenehme Sache. Hier ist der Patient also operiert und kann trotzdem nach wie vor schlecht, wenn er Pech hat, sogar schlechter als zuvor, Wasserlassen. Hinzu kommt das Sprühen des Harnstrahls, d.h. die Toilette wird rundherum wie mit einer Gießkanne besprüht. Abgesehen davon kommt es zum Nachtropfen mit all den optischen Belästigungen und dem üblen Geruch.Beide Methoden bedeuten für den Patienten eine ca. zehntägigen stationären Aufebthalt, eine Narkose mit all ihren Nebenwirkungen und Risiken, einen relativ hohen Blutverlust, sowohl bei der Operation als auch anschließend. Der Blutverlust muß unter Umständen durch Bluttransfusionen ausgeglichen werden.

 

Prostatakarcinom

Die Operation des Prostatakarcinoms erfolgt entweder durch radikale Entfernung der Prostata oder, im fortgeschrittenen Stadium, durch die Abhobelung. Man ist sich noch nicht im Klaren darüber, ob bei der Abhobelung nicht bösartige Zellen auf dem Blutwege in andere Organe transportiert werden und dort Tochtergeschwülste hervorrufen. Ähnliches geschieht nämlich bei der operativen Entfernung anderer Karcinomarten.

 

 

Hochenergie-Mikrowellen-Thermotherapie

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine neue, moderne Therapiemethode immer mehr Anhänger. Die Thermotherapie erfolgt ohne Narkose, Operation, Krankenhausaufenthalt. Sie wird ambulant durchgeführt, dauert ca. eine Stunde und ist völlig schmerzfrei. Danach kann der Patient selbst wieder nach Hause gehen.Ein spezieller Katheter, der durch die Harnröhre eingeführt wird, transportiert mikrowellenerzeugte Wärmeenergie unmittelbar in die Prostata. Dadurch wird das Gewebe stark aufgeheizt. Die hierbei erreichten Temperaturwerte (deutlich über 37 bis 70 Grad) führen zu einer Reduzierung des Prostatazellvolumens. Dadurch wird die Einengung der Harnröhre teilweise oder ganz aufgehoben. Da dieser Vorgang der Geweberückbildung sehr langsam abläuft, wird der Patient nur sehr gering belastet. Schon nach wenigen Tagen wird, sowohl subjektiv als auch objektiv, eine fortschreitende Verbesserung der Bisherigen Beschwerden feststellbar.

Die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand:

  1. Ambulantes Verfahren, Maximaldauer 60 Minuten, ohne Aästhesie, Vermeidung von Nebenwirkungen und Risiken operativer Verfahren.
  2. Kein langer Krankenhausaufenhalt
  3. Kein Blutverlust, somit keine Bluttransfusionen, somit kein Risiko einer HIV-Infektion
  4. Keine Ausschwemmung von Krebszellen
  5. Hohe Erfolgsquote von ca. 85 Prozent.

 

Die Durchführung der Hochenergie-Mikrowellen-Thermotherapie


Die Behandlung findet im Liegen statt. Der Behandlungskatheter wird duch die Harnröhre eingeführt und mittels eines aufblasbaren Ballons fixiert. Danach wird ein Temperaturfühler im Rektum plaziert, der Daten zur Steuerung und Überwachung des Behandlungsablaufes aufnimt. Unter anderem verhindert er, daß das außerhalb der Prostata liegende Gewebe such die hohen Temperaturen geschädigt wird.

Beide Elemente, Behandlungskatheter und rektaler Temperaturfühler, werden mit einem speziell für diesen Zweck von der Firma Dornier-Aerospace entwickelten Computer verbunden. Die eigentliche Behandlung spürt der Patient im Regelfall kaum, allenfalls machen sich ein leichtes Wärmegefühl und zum Teil leichter Harndrang bemerkbar.

Nach etwa sechzig Minuten schaltet sich das Gerät automatisch ab, Katheter und rektale Sonde können entfernt werden und die Behandlung ist abgeschlossen. Obwohl kaum Komplikationen zu erwarten sind, wird er behandelnde Arzt die Behandlung und den nachfolgenden Heilungsverlauf kontrollieren und überwachen.

In den letzten Jahren wurden weltweit einige tausen Thermotherapien der Prostata durchgeführt, die Erfolgsquote entspricht mit 80 Prozent der Erfolgsquote der "blutigen" Therapie. Sollte sich der Erfolg einmal nicht einstellen, kann nach der Thermotherapie selbstverständlich jederzeit die konventionelle Operatuion der Prostata durchgeführt werden. Inwieweit diese neue, moderne Methode durch weitere Entwicklungen die konventionelle blutige Prostataoperation ablöst, bleibt abzuwarten.

Aus eigener Erfahrung mit der Thermotherapie in meiner Praxis kann ich aber sagen, daß immer mehr Patienten die neue Methode wählen und ambulant durchführen lassen. Auch sind von den in meiner Praxis behandelten Patienten keine nennenswerten Komplikationen bekannt geworden.